Konzept

Wir stellen uns vor

Das 10.000 qm große, komplett eingezäunte Areal der Hunde-Farm "Eifel" ist in reizvoller Umgebung nahe des historischen Kurortes Bad Münstereifel gelegen. Die Landschaftsstruktur besticht durch ausgedehnte Wälder, Wiesen und exzellente Wandermöglichkeiten mit Hund. Natur pur.
Derweil ist das Konzept der Hunde-Farm in Deutschland einzigartig. Es basiert im wesentlichen auf drei Säulen:

Verhaltensforschung, Mensch-Hund-Schulung und Hundepension

Seriosität hat bei uns Priorität. Wir debattieren das Sozialverhalten von Hundeartigen nicht nur theoretisch, sondern führen mit Unterstützung der wissenschaftlichen Projektberater Dr. Paul Paquet & Dr. Mike Gibeau umfangreiche Langzeituntersuchungen an Wolf & Kojote in freier Wildbahn durch. Dr. Udo Gansloßer betreut stets alle Studentinnen, die in unseren Projekten an verwilderten Haushunden und Pensionshundegruppen Diplomarbeiten erstellen. Vielschichtig gewonnene Verhaltenseinsichten an Wölfen, Kojoten und Hunden erlauben es uns, Hundehalter über die wahren Bedürfnisse ihrer vierbeinigen Begleiter aufzuklären.

Um stets auf dem neuesten Wissensstand zu bleiben, gründete Günther Bloch bereits 1999 das "International Symposium on Canids". Diese Kongressreihe bietet namhaften Wissenschaftlern aus der ganzen Welt alle drei Jahre eine ideale Plattform, aktuelle Erkenntnisse zu allen Canidenformen einem breiten Publikum vorzustellen. Das nächste Symposium findet Ende Oktober 2011 statt.

Hundeartige sind unsere Lehrmeister

Wolf und Hund sind als gruppenorientierte Individualisten zu bezeichnen. Der territoriale Beutegreifer Hund stammt zweifelsohne vom Wolf ab. Um deren Verhaltensinventar präzise zu definieren, gilt es eine biologische UND sozio-emotionale Ebene zu berücksichtigen. Wölfe sind weder rein instinktgesteuerte "Killer" noch streng hierarchisch strukturierte "Rudel-Monster". Wölfe sind im wahrsten Sinne des Wortes Familientiere. Soziale Belange stehen im Vordergrund. Eine wesentliche Eigenschaft des Wolfes liegt in seiner enormen Fähigkeit zur kommunikativen Verständigung mit anderen Spezies begründet.

Hunde sind problemlos in die Lage, unter Artgenossen (innerartlich) praktizierte Kommunikationsregeln auch im Umgang mit anderen Spezies (zwischenartlich) umzusetzen. In diesem Sinne sollte sich der Mensch "verhundlichen" anstatt den Hund zu vermenschlichen. "Artgerecht" für den Hund ist es, eng mit dem Menschen zusammenzuleben. Dennoch kann kaum ein Hund seine wölfischen Wurzeln, die jeder spätestens beim Beute-Nachjagen reflektiert sieht, verleugnen.
"Wenn wir den Hund ganz verstehen wollen, müssen wir daher erst einmal den Wolf kennen, denn von ihm stammt dieses natürliche Erbe, das immer noch in jedem Hund steckt" (Zimen 2003).

Der Hund hat sich durch einen langen Haustierwerdungsprozess ausgeprägt verändert. Natürlich ist es unstatthaft, Wolfs- und Hundeverhalten 1:1 gleichzusetzen. Genau deshalb beschäftigen wir uns ausnahmslos mit einem seriösen Vergleich Wolf/Hund, der von Wissenschaftlern sogar explizit gefordert wird.
"Günther Bloch beginnt mit Fug und Recht mit dem Verhalten von Wölfen. Ohne Kenntnisse zum Wolfsverhalten ist der Hund in seiner Verhaltensvielfalt einerseits und den grundsätzlichen Übereinstimmungen mit seiner Stammart Wolf andererseits wohl kaum einem Verständnis zuzuordnen" (Feddersen-Petersen 2004).

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1. Verhaltensforschung (Günther und Karin Bloch)

Storm Wir wollen uns nicht mit fremden Federn schmücken. Stattdessen veröffentlichen wir in unseren zahlreichen Büchern eigene Forschungserkenntnisse, bzw. die unserer Projektstudentinnen in Form von Diplomarbeiten.

Unsere Freilandforschung an Wölfen produziert immer wieder viel beachtete Ergebnisse, von denen jeder Hundehalter direkt profitiert. Beispielsweise gelang es uns schon 2001 als erste in Deutschland das Mythos "Alpha, Dominanz und Gruppenführung" zu entzaubern ("Alpha Concept: dominance and leadership in wolf families" in: Wolf! Magazine, Vol. XX, No. 2, pp. 2-7; NAWPF/Dr. E. Klinghammer).
Erheblich erweiterte Publikationsversionen folgten in den Jahren 2002 und 2005.

Eine Vorreiterfunktion übernehmen wir auch bezüglich anderer Themen. Wir können eindeutig belegen, dass Wolfseltern ihre Welpen nicht im Nacken packen und durchschütteln, wölfisches Fressverhalten nicht von einer Dauerdominanzstruktur geprägt ist, Nahrungsteilung der Norm entspricht und sich frei lebende Wölfe mitnichten generell scheuer verhalten als Hunde. Auch die Beziehung Mensch/Hund ist keineswegs einmalig, wie uns der Zusammenschluss von Wolf und Rabe in sozialen Mischgruppen lehrt.

Kontakt Klischeevorstellungen bringen Hundehalter nicht weiter. Deshalb haben wir einige Untersuchungsergebnisse zu unterschiedlichen Themen als Abstracts kompakt zusammen gefasst:
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Nähere Informationen zu unserer Wolfsforschung und Patenschaften »

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2. Mensch-Hund-Schulung (Angelika Lanzerath)

Raissa Wir halten einheitliche Erziehungssysteme für alle Hunde für falsch. Wir sehen Hunde als individuelle Charaktere, nicht als Popanz des Menschen. "Konditionierungsautomaten" sind uns suspekt. Wir lehnen die einseitige Manipulation hundlichen Verhaltens durch eine unüberlegte Pauschalumsetzung psychologischer Lernregeln (z. B. Konditionierung, Desensibilisierung, tagelanges Ignorieren) ganz bewusst ab. Nach unserer Meinung kommt Respekt vor der Gattung Hund nur zum Ausdruck, indem der Mensch eine gewisse Persönlichkeitsentwicklung und Eigenständigkeit zulässt. Hunde müssen nicht ständig gemanagt und bespaßt werden, um "glücklich" zu sein.

Wir stehen seit Jahrzehnten für eine maßgeschneiderte, praxisbezogene und realistische Unterrichtung von Mensch und Hund. Erfahrungen mit über 30.000 Menschen und ihren Hunden befähigen uns zur fachlichen Beurteilung aller uns gestellten Verhaltensfragen. Wir distanzieren uns von roher Gewalt (z. B. Prügel, Schläge, Tritte, Alphawurf, Stachelhalsband). In der alltäglichen Arbeit berücksichtigen wir seit jeher hundetypen-spezifische Verhaltensbesonderheiten und die Regeln der positiven Verstärkung.

Kontakt Wir arbeiten in ersten Linie an der Beziehung Mensch-Hund. Was den Bereich der Hundeerziehung betrifft, stehen für uns nicht irgendwelche Modeströmungen im Vordergrund, nur weil sie gerade "hip" sind, sondern vielmehr Rücksichtnahme gegenüber der Öffentlichkeit, Konfliktminimierung und Verantwortung. Als Realisten wissen wir auch um die Notwendigkeit, Hunden Stopp- und Abbruchsignale vermitteln zu müssen.
Unser Wahlspruch lautet: "So viel positiv wie möglich, so viel Grenzen-Setzen wie nötig".

Nähere Informationen zur Mensch-Hund-Schulung »

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3. Hundepension (Daniela Sommerfeld)

Raissa Schon mit Gründungsbeginn der Hunde-Farm begannen wir vor über 30 Jahren mit der Haltung von Familienhunden in gemischten Gruppen. Zu jener Zeit wurden wir allesamt noch für verrückt erklärt. Nur Eberhard Trumler, damals der mit Abstand bekannteste Hundefachmann und Leiter der Forschungsstation "Wolfswinkel", ermunterte uns, hartnäckig zu bleiben. Das taten wir dann auch und ließen uns nicht beirren.

Heutzutage leben bei uns Hunde immer noch in Gruppen. 15 Individuen sind es maximal. Somit verfügen wir in Bezug auf Gruppenhaltung (nicht "Rudelhaltung", wie fälschlicherweise gemunkelt) nachweisbar über die längste Erfahrung in Deutschland. Wenn es um die hundegerechte Urlaubsbetreuung von Vierbeinern geht, sind wir sicherlich der richtige Ansprechpartner. Auch kleinwüchsige Hunde brauchen Gesellschaft. Sie leben bei uns in separaten Gruppen seit Jahren problemlos zusammen. Natürlich gibt es stets die Ausnahme von der Regel.

Kontakt Wenngleich wir die Gruppenhaltung von Hunden favorisieren, können sie auf Wunsch selbstverständlich auch einzeln oder paarweise untergebracht werden. Dieses gilt in besonderem Maße für Hunde, die schnell sozial gestresst sind. Hunden allerdings grundsätzlich zu unterstellen, sie seien in unserer modernen Menschengesellschaft längst gruppenuntauglich geworden, zeugt eher von dürftigen Fachkenntnissen. Fingerspitzengefühl ist gefragt, nicht Pauschalierungen.
Unser Motto lautet jedenfalls:
Der tägliche Kontakt zu Menschen UND Artgenossen fördert das Sozialverhalten des Haushundes!

Nähere Informationen zur Urlaubsbetreuung »

Bestellung der in unserer Pension von Mareike Reimer erstellten Diplomarbeit
"Investigation of appeasement signals in domestic dogs" (Beschwichtigungssignale) »

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